Organisation in Ungewissheit
Von De-Konstruktion über Intervention und Emergenz – bis zur Masterthesis. Eine kollaborative Forschungsreise an der Berliner Hochschule für Technik, zur Verbindung fachlicher Exzellenz und lernfähiger Aufbauorganisation im Service Learning Format.
1. Semester
M01 • De-Konstruktion
Wintersemester • 15 ECTS
2. Semester
M05 • Intervention
Sommersemester • 15 ECTS
3. Semester
M09 • Emergenz
Wintersemester • 15 ECTS
4. Semester
M14 • Masterthesis
Sommersemester • 30 ECTS
Unser Ansatz
Transformationsstudien der letzten zwanzig Jahre kommen zu einem gemeinsamen Befund: rund 70 % der Veränderungsprojekte verfehlen ihre Ziele, nur 12 % erzeugen dauerhafte Wirkung. Die Hauptursachen liegen nicht in fehlenden Methoden oder Werkzeugen, sondern in einer Grundannahme klassischen Change-Managements: dass Organisationen sich von außen planen, steuern und in einen definierten Zielzustand bringen lassen. Genau diese Logik produziert überladene Initiativen, falsche Anreize und Lernkontexte, die Sicherheit simulieren, anstatt Entwicklung zuzulassen.
Unser Ausgangspunkt ist deshalb nicht die Strategie, sondern die Ungewissheit.
KI, demografischer Wandel, ökologische Transition und der erwartete Skill-Wandel des WEF Future of Jobs Reports von 2025 machen deutlich: Die Optionen von morgen sind heute noch nicht bekannt. Sicherheit, Risiko und Unsicherheit verschmelzen zu einem Feld, in dem lineare Planung an ihre Grenzen stößt. Transformation wird hier nicht als Projekt mit Anfang und Ende gedacht, sondern als kontinuierliche, ko-evolutionäre Bewegung zwischen Menschen, Organisationen und ihrem technologischen und gesellschaftlichen Umfeld.
Diese Haltung gründet auf drei Leitlinien. Luhmanns Systemtheorie lehrt, dass Systeme nicht instruierbar sind – man kann sie nicht befehlen, sondern nur irritieren. Habermas' diskursiver Ansatz verlangt, Veränderung dort zu verhandeln, wo Betroffene und Handelnde sich auf Augenhöhe begegnen. Sarasvathys Effectuation zeigt schließlich, wie unter echter Ungewissheit aus vorhandenen Mitteln, gemeinsamen Werten und konkreten Experimenten neue Ziele entstehen, statt vorgegebene Ziele abzuarbeiten.
Daraus leitet sich das Credo dieses Kurses ab: Bewusstsein, Teamarbeit und Mut zum Experiment. Wir arbeiten nicht mit fixen Lernzielen und vorgefertigten Regelwerken, sondern mit einem eigenen Betriebssystem aus Holokratie, Konsent und Service Learning im Greenhouse. Der Club gestaltet Struktur und Prozess als Mitgestalter, nicht als Dienstleister. Und wir verlangen von allen Beteiligten, die Ungewissheit nicht als Problem zu behandeln, sondern als den eigentlichen Arbeitsgegenstand.
Diese Website dient als Knowledge Base des Management-Clubs im Projektmodul des Master Transformation Design & Print an der Berliner Hochschule für Technik. Der Management-Club ist verantwortlich für das Betriebssystem des gesamten Moduls. Er managt die spezifischen Rahmenbedingungen der Greenhouses als Service Learning-Format. Er schult die Teams mit Methoden wie Holokratie, Kanban und agile Führung und gibt Hilfestellung zu Organisation, Dokumentation und methodischer Orientierung.
Autonome Teams
Teams kalibrieren und organisieren sich eigenverantwortlich, treffen Entscheidungen dezentral und übernehmen gemeinsam Verantwortung für Ergebnisse. Rollen im Team bilden die Basis für Professionalität und Flexibilität.
Mehr erfahren →02Holokratische Prinzipien
Dynamik statt starrer Hierarchien, Konsent-Entscheidungen und transparente Meeting-Formate als gemeinsames Betriebssystem.
Mehr erfahren →03Service Learning
Lernen durch reales Engagement: Wissen entsteht im Tun, in der Reflexion und im Austausch mit echten Partnern und Kontexten.
Mehr erfahren →